Saturday, September 5, 2009

Sex geht durch die Nase

Wenn man Menschen nach für den Sex wichtigsten Körperteilen fragt, denkt kaum jemand zuerst an die Nase. Dabei ist sie eigentlich eines der wichtigsten Sexualorgane unseres Körpers. Die Nase ist es nämlich, die entscheidet, ob unser Gegenüber für uns ein “lohnendes” Paarungsobjekt ist.

Bevor noch das Gehirn beginnt, bewusst den Menschen gegenüber wahr zu nehmen, hat die Nase bereits ihre Tätigkeit aufgenommen. Pheromone, die Duft-Lockstoffe, die jeder Mensch absondert, werden von einem klitzekleinen Organ in der Nase wahrgenommen, dem vomeronasalen Organ, kurz VNO. Die dort eintreffende Duftinformation wird, ohne lange Umwege durch das Bewustsein – direkt an die emotionalen Bereiche des Gehirns weiter gegeben. In sekundenschnelle wird anhand des Duftcocktails entschieden, ob der Genpool des potentiellen Partners für eine Paarung geeignet ist – und als Ergebnis empfinden wir Sympathie, Verlockung, Lust auf Sex – oder auch ganz im Gegenteil eine sofortige, emotionale Abneigung.

Pheromone werden hauptsächlich mit dem Schweiß ausgeschieden. Unser Körper hat an den Stellen, an denen diese Duftstoffe konzentriert entstehen, extra den Haarwuchs bewahrt, denn diese Haare dienen genau dazu, die Duftstoffe länger aktiv zu halten. Nicht jeder Körperduft ist allerdings von dieser Art. Der ausgeschiedene Schweiß dient Bakterien auf der Haut zur Nahrung – und diese sondern als Dank für die Fütterung schlecht riechende Gase ab. Das sind keine Pheromon-Düfte – auch, wenn diese Gerüche natürlich quasi an derselben Stelle entstehen. Das sind tatsächlich nichts weiter als unangenehme Körpergerüche.

In der heutigen Zeit hat es unsere Nase schwer. Tausende von künstlichen Düften, Parfüms, Deodorants etc. versuchen, dieses wichtige Organ zu betrügen.Es ist mehr und mehr in Mode, die Körperhaare unter den Armen und im Intimbereich komplett zu entfernen – was automatisch dazu führt, dass die Pheromone nicht mehr so intensiv wirken können. Und so ist es ist nicht leicht für die Nase, zwischen all den künstlichen Aromen die echten Pheromone herauszufiltern. Schon so manche Liebesnacht hat damit geendet, dass der am Morgen wahrgenommene, “echte” Duft des Partners – nachdem alle am Abend noch wirkungsvollen Parfüms und künstlichen Düfte verflogen sind – leider zur plötzlichen Flucht geführt hat.

Es ist egal, welche körperlichen Vorzüge ein Partner auch mitbringt, wenn der Geruch nicht stimmt, ist Sex einfach furchtbar. Beim Sex werden natürlich extrem viele körpereigene Pheromone produziert, die dann selbst stärkste Parfums irgendwann durchdringen. Spätestens dann kommt die ständig nach Pheromonen schnuppernde Nase zum Zuge – und das Ergebnis der Nasen-Entscheidung ist unerbittlich und nicht verhandelbar. Natürlich ist der Geruch eines Menschen längst nicht alles – aber wenn der Geruch nicht “stimmt”, dann sind alle weiteren Maßnahmen vollkommen sinnlos. Es geht hierbei nicht um “gute” oder “schlechte” Gerüche. Der persönliche Geruch ist so individuell wie der Fingerabdruck und welcher Geruch eines Partners dazu passt, wird bei jedem Menschen individuell in der Nase entschieden.

Eine Möglichkeit gibt es allerdings, die Nase zumindest zeitweise außer Gefecht zu setzen: Alkohol. Bei ausreichendem Genuss dieser Flüssigkeit lässt sich das wichtige Riechorgan betäuben, so dass der jahrtausende alte, instinktive Geruchtsselektionsprozess kurzfristg ausser Kraft gesetzt ist. Aber vorsicht, das ist nicht von langer Dauer…

Selbst umgangssprachlich hat sich unser Riechorgan bereits einen Namen gemacht. Daher stammt nämlich zum Beispiel der Ausdruck “ich kann Dich nicht riechen”. Ein klassisches Misverständnis ist dagegen der Ausdruck “Liebe auf den ersten Blick” – es müsste eigentlich heißen: “Liebe auf den ersten Riecher”.

[Via http://jadesaft.wordpress.com]

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